Veranstaltungsreihe LebensPhasenHaus

Vom Wachsen und Vergehen

Wachstum ist das Zauberwort für die Bewahrung unseres Wohlstands. Nicht wachsen wird gleich gesetzt mit Stillstand, mit sinkenden Steuereinnahmen, mit dem Zurückfahren von kulturellen und sozialen Angeboten, mit dem unausweichlichen Gang in Tristesse und Bedeutungslosigkeit.

Mehr Betriebe, mehr Arbeitsplätze, mehr Wohnungen – ohne das, so die Befürchtung, geht es bergab. Und wenn ein Betrieb abwandert oder sich nicht ansiedeln kann,erscheint das schon als der Beginn des Untergangs.

Und doch ist eigentlich klar, dass es ein endloses Wachstum nicht geben kann. Ja, ist es nicht sogar so, dass neues Wachstum nur stattfinden kann, wenn Altes vergeht? Wenn wir in die Natur schauen, wird das offensichtlich. Das Absterbende ist der Nährboden für das neue Wachstum. Und auch die menschliche Gesellschaft kann nur funktionieren, weil zum Leben immer auch der Tod gehört. Jede Weiterentwicklung, sei es in der Natur oder in der menschlichen Kultur oder Technik, ist nur möglich, wenn etwas Altes weicht. Die Vielfalt auf unserer Erde ist durch den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen entstanden, aber es fällt uns Menschen erstaunlich schwer, diesen offensichtlichen Zusammenhang in unsere Überlegungen und Entscheidungen einzubeziehen.

In unserer Vortragsreihe wollen wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Verbindungen zwischen Leben und Sterben, zwischen Wachsen und Vergehen schauen. Vielleicht kann es dann gelingen, mit einem neuen und mutigen Blick Tod und Vergehen ebenso in die Überlegungen und Entscheidungen einzubeziehen wie Fortschritt und Wachstum – im persönlichen Umfeld genauso wie in der Stadtentwicklung.

Barbara Kley, Dr. Sybille Hartmann, Dr. Manuel Haus